BOOM Projekte Nanchang 50:50

2007 Nanchang, China, Städtebauliche Studie für ein Wohn- und Geschäftsviertel, ERA + Xiaolong Sun; Bruno Ebersbach, Philipp Reinfeld, Florian Steinbeck

In dem 550 Hektar großen Planungsgebiet im Norden der Stadt Nanchang in China (4,5 Millionen Einwohner) soll ein neues Wohn-, Büro und Geschäftsquatier mit Hotels, Freizeiteinrichtungen und öffentlichen Flächen entstehen. Eine Qualität der Stadt Nanchang ist ihr hoher Grünanteil und das nördlich des Planungsgebiets angrenzende Naturschutzgebiet mit dem Boyang-See (größter Süßwassersee Chinas). Als übergreifendes Konzept für das Gebiet wurde eine multimaßstäbliche Verbindung von Grünraum (50%) und Bebauung (50%) auf Grundlage eines heterogenen Rasters vorgeschlagen. Abgeleitet wird das Raster von der vorherrschenden Ost-West-Ausrichtung der bestehenden Bebauung in Nanchang. Dieses Raster wird überlagert von Rastern, die durch Analysen und Vergleiche der baulichen Struktur und der zugehörigen Block- und Rastergrößen internationaler Metropolen entstanden sind. Die Überlagerung bzw. Verschränkung der verschiedenen Raster eröffnet einen vielfach programmierbaren Möglichkeitsraum (verschiedene Entwürfe und Ansätze können umgesetzt werden). Der Masterplan erzeugt somit zunächst eine Regel, die den geforderten Planungszielen eine möglichst flexible und nachhaltige Grundlage gibt. Das erzeugte Raster ist dadurch für weitere Entwicklungen nicht form- sehr wohl aber prinzipstabil: Veränderungen im Entwurf können stattfinden, ohne die wesentliche Qualität des Prinzips zu verändern. Der erzeugte Plan ist nur das Ergebnis einer möglichen Anwendung dieser Regeln. Durch die Überlagerung der verschieden groß- bzw. kleinteiligen Stadtstrukturen bei der Erzeugung des Planrasters, werden sehr differente Gebäudemaßstäbe innerhalb eines Prinzips ermöglicht. Die verschiedenen Nutzungen (von Wohnen bis Arbeiten) können dadurch verschiedenste Größen annehmen und frei miteinander kombiniert werden.


Planungsgebiet

Nanchang

Brasilia

Berlin

Multimaßstäblichkeit

Stadtmodelle

Beispiel vertikale Entwicklung